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prepress consultant



DRUPA Tagebuch - Mittwoch und Donnerstag, 12. - 13. Mai 2004

Messehalbzeit
Auf der Veranstaltung „Meet the press“ zog der Veranstalter Zwischenbilanz, mit 212.180 Messebesuchern aus 94 Ländern liegt diese DRUPA etwas unter der Veranstaltung des Jahres 2000 (ca. -5%). Auffallend ist der hohe Anteil internationaler Besucher, der von 52% auf rund 60% gestiegen ist; und 20% der internationalen Gäste kommen aus dem asiatischen Raum. Auch bei den Fachjournalisten geht es sehr international zu: 2585 Reporter kommen aus 73 verschiedenen Ländern; es ist ein schönes Gefühl dazuzugehören.

JDF News
Zur Messehalbzeit habe ich insgesamt gemischte Gefühle, was die „JDF DRUPA“ betrifft und ich muss hinzufügen, es ist eigentlich keine JDF DRUPA. Die Novitäten beim Digital- und beim Offsetdruck, Postpress und die „Kleinigkeiten“, wie die eigentlich sensationelle 3D-Software „Human Eyes“ (am KBA Stand), geben der DRUPA ein sehr unterschiedliches Gepräge.
JDF ist an sehr vielen Ständen ein Thema und die Aussteller sagen, dass es eine Menge Fragen gibt, was JDF eigentlich ist, was es macht und was es für den Betrieb tun kann. Ein Schild mit der Aufschrift JDF auf einem Stand kann aber sehr unterschiedliche Aussagen beinbhalten, und es ist schon so, dass die meisten Anbieter erstangefangen haben, sich mit JDF zu beschäftigen. Einige haben bereits eine erste JDF Schnittstelle, aber nur wenige haben schon in der Praxis Erfahrungen gesammelt. Da steht uns erst nach der DRUPA die grosse Welle bevor. Und nachdem das CIP4-Komitee vier Jahre lang hart an der Entwicklung der Spezifikation gearbeitet hat, sollte es nun die praktische Umsetzung nicht aus dem Auge lassen. Ich glaube spätestens im Herbst wäre die eine oder andere internationale Tagung „Erfahrungen aus dem Praxiseinsatz mit JDF“ angebracht und ich glaube eigentlich nicht, dass man das nur den User groups überlassen sollte. Und vielleicht wäre es eine gute Idee, solche Konferenzen in einen „Entwicklerteil“ und einen öffentlichen bzw. Userteil zu unterscheiden, ein öffentlicher Teil wäre sicher auch ein wichtiger Part.

Am Dienstag war ich in der PrintCity und es war ausgesprochen überraschend, dass die Tour durch das dortige JDF Integration Center einen ganz anderen Eindruck hinterliess, als im JDF Parc. Das lag an zwei Dingen, in der PrintCity haben wir die simulierte Produktion einer Broschüre fortlaufend verfolgen können und hier war eine starke Konzentration auf den Druck- und Weiterverarbeitungsbereich. Am MBO Datamanager haben wir die einlaufenden Meldungen verfolgt, die aktuelle Bogenzahl, die durchschnittliche Bogenzahl, die bisher benötigte Zeit, alle Meldungen kamen in Echzeit vom Falzapparat und waren im gleichen Moment am MIS-System verfolgbar. Genau dieser Punkt ist es , den das amerikanische Unternehmen Quad Graphics interessiert. Quad ist weltweit die zweitgrösste Druckereikette, ich hatte das Vergnügen, Quad bei einer Führung durch das Management System Printnet von PPI begleiten zu dürfen.
Das ist ein weiterer auffallender Punkt, dass JDF auf dieser DRUPA eine Kette von neuen Produkten hervorgebracht hat, nämlich Management-, Planungs-, und Steuerungsysteme. Aufgefallen sind mir ausser Printnet von PPI Media das Mistral von DALiM, das sich ähnlich wie Delano von AGFA auf die Magazinproduktion konzentriert; den Schwerpunkt sicher vor dem Druck hat, was nicht heisst, das das bei diesen Systemen so bleibt. Bei PPI prägt dagegen der Ansatz eine echte Druckereiplanung aufzustellen, was in dieser Form in kaum einer MIS Software bisher besteht. JDF ist aber für die Planung so wichtig, weil sie ja nicht nur die Auftragsinformation aus dem MIS benötigen, sondern die Planung nur hilfreich ist, wenn sie durch die fortlaufenden JMF-Infos aus der Produktion auch stundenaktuell ist; eine der grössten Erleichterungen des JDF.
Ich denke, dass wir noch einige ganz interessante Produkte in dieser Richtung sehen sollten, das wird ganz spannend.
Die Diskussionen mit Martin Bailey von CIP4 und Christian Gugler von MAN Roland auf der PrintCity Tour haben mir auch gezeigt, wieviele Dinge noch offene Fragen sind bei JDF. Lösen können wird man viele erst in der Praxis, was eher ein Grund dafür ist zu beginnen, denn einer zu zögern. Auch die Druckereien, die ich jetzt schon bei der JDF Einführung begleite, sehen das so, sind aber durch die DRUPA Erfahrungen bestärkt worden, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen.

CTP und Workflow
Kjeld Moselund wird als der Grossvater des UV-Belichters Espresso von Esko-Graphics bezeichnet, ein Titel, mit dem Kjeld sicher leben kann. Diesen Eindruck hatte ich, nachdem Kjeld mir gestern seinen „Enkel“ detailliert vorgeführt hat. Nun hat BasysPrint endlich den Wettbewerb, den man sich lange gewünscht hat, aber es ist ein Wettbewerb, der eine harte Nuss werden könnte. Im Vergleich ist es eine ausgesprochen filigrane Konstruktion, die übrigens von den CopyDot Scannern von Esko abgeleitet ist. Der konstruktive Vorteil liegt auch darin begründet, dass diese Maschine – wie der neue Zeitungsbelichter von Basys – mit einer kontinuierlichen Belichtung arbeitet, also nicht den Aufwand von Step-and Repeat verarbeiten muss. Der Espresso soll bei einer Auflösung von 2400 dpi in der Stunde rund 13 Platten im Format 4up belichten, da das auf eine komplette Deckung der Platte gerechnet ist, gilt das auch für Positivplatten. Mit Negativplatten und entsprechend weniger Deckung sollten so gut 20 Platten/Stunde möglich sein. Das System verwendet eine UV-Lampe mit etwa 250 W, die Austauschkosten nach rund 2000 Std. liegen etwa in der Grössenordnung wie bei Basys (in der CTP Studie ist das genauer beschrieben). Der Aufbau der Maschine ist so, dass es kein Problem sein sollte, Anfang des nächsten Jahres eine Semi-Automatik herauszubringen, auch das Anbringen einer Ladeautomatik ist konstruktiv möglich. Ich schätze, dass wir 2005 einen sehr ernsthaften Wettbewerber im 4up Markt haben werden, mit einem Belichter,der konventionelle Platten verarbeitet, und einen Preis deutlich unter 99.000 Euro kostet.
Ich habe erst einen Teil der Neuerungen des Esko-Workflows Scope gesehen, das sensationelle Stripping (Datenübernahme aus dem MIS zu automatischen Aufbau des Ausschiessers) gehört dazu. Die neue einheitliche Oberfläche ist sehr übersichtlich, und die „Workflow Favorites“ helfen dem Bediener sich zu organisieren. Am besten fand ich bei der Demo von Jan de Roek die „Raodmaps“, endlich hat ein Anbieter eines Vorstufenworkflows mal daran gedacht, dass es auch in der Vorstufe (Zwischen-)termine gibt, die eingehalten werden müssen. Die Roadmaps enthalten einen zeitlichen Verlauf der Prepress-Produktion, setzen Deadlines und alarmieren, wenn Termine zu platzen drohen. Verbinden Sie das zukünftig noch mit einem JDF fähigen MIS haben sie einen grossen Schritt zur Integration der Vorstufe getan. Die Workflow- und JDF-Entwicklung bei Esko-Graphics ist mindestens so interessant wie die des CTP-Systems Espresso.





DRUPA Tagebuch
DRUPA-Resümee
Mo, 17.05.2004
Sa+So, 15.-16.05.2004
Mi+Do, 12.-13.05.2004
Di, 11.05.2004
Mo, 10.05.2004
So, 09.05.2004
Sa, 08.05.2004
Fr, 07.05.2004
Do, 06.05.2004
DRUPA-Vorschau
Just joking

 



Der neue UV Belichter
Espresso von Esko
Graphics: Die Ellipse zeigt
den Belichtungsfortschritt




Ablegen eines Jobs
in Scope mit JDF Infos




Diskussion an der PECOM
Konsole im Print City
Workflow Integration
Centre




Im Gespräch mit
Hans Walla, Marketing
FUJI Europe




"Meet the press", der
Pressevent der DRUPA
in aufgelockerter
Stimmung