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DRUPA Tagebuch - Dienstag, 11. Mai 2004

JDF News
Heute habe ich eine JDF Tour im JDF Parc gemacht; das war für die Füße sehr anstrengend und für den Geist faszinierend. Innerhalb von 90 Minuten führt die Tour durch mehr als ein Dutzend verschiedener Applikationen. Dabei sehen Sie, wie ein JDF einer Auftragskalkulation erzeugt wird, über ein Planungssystem in die Vorstufe und zum Druck geht und schließlich zur Weiterverarbeitung. Aber es ist nicht nur ein MIS, was Sie dort sehen, sondern eine ganze Reihe wie DiMS, Optimus, Navision, Hiflex.
Sowohl WAMNET als auch Vio zeigten, wie die Datenübertragung durch die JDF Informationen automatisiert wird, es sind keine zusätzlichen E-Mails, Anrufe oder Faxe mehr nötig, weil alle Zusatzinformationen zur Datenübertragung im JDF enthalten sind. Damit können Sie die Daten auch gleich an die richtige Stelle beim Empfänger schicken, sprich in den richtigen Ordner auf dem richtigen Server.
Enfocus zeigte mit der kommenden Version von Instant PDF 3.0, wie mit dem Einsatz von JDF das Preflighten und die Verarbeitung der Ergebnisse erleichtert wird. Bei Esko konnten Sie sehen, wie mit wenigen Mausklicks aus einer Auftragskalkulation ein fertig ausgeschossener Bogen wird, bei Adobe wie man zukünftig in InDesign JDF Infos übernehmen, eingeben und ergänzen und dann mit dem PDF der Seite an Acrobat übergibt.
Wir haben auch noch JDF in Heidelberg Prinect, in EFI Oneflow, DALiM Mistral, einem Harlequin Rip, in AGFA Delano uvm. gesehen – aber das sollten Sie eigentlich selbst erleben.

PS: Falls Sie nicht das Stehvermögen für eine JDF Tour in 90 min. haben, es gibt täglich rund 20 Vorträge im Presentation theatre, die dauern 15-20 min. und featuren fast alle wichtigen Aspekte; Zeitplan (PDF 52 KB) hier zum Download.


Am Abend war ich bei Komori, einem der japanischen Druckmaschinenhersteller. Komori arbeitet an einer JDF Vernetzung und hat bereits mit drei MIS Herstellern JDF Schnittstellen realisiert. In Japan mit Screen Rite Info, in den USA mit Hagen OA und in Europa mit Hiflex. Die Auftragsinformationen, die das MIS in ein JDF schreibt, landen in dem KMS Server, wobei KMS für Komori Maintenance System steht. Das ist das zentrale System für das Druckmaschinenmanagement, wo die Auftragsinfos ergänzt und vervollständigt werden, und von dort an die Maschinenleitstände geht. Das Feedback der Maschinen geht via KMS wieder zurück an die MIS Systeme. Das bedeutet, sowohl Drucksaalmanagement als auch MIS System sind life über Tempo, Rüstzeit, Makulatur und Gutbogen informiert Das System generiert nämlich alle 10 sec. ein JMF über den Maschinenstatus. Komori arbeitet an der Implementierung dieser Systeme in der Praxis, erste Tests finden in den Niederlanden (Tanghe Printing) und den USA statt; im Laufe des Jahres soll das JDF System ein kommerzielles Produkt werden, ein aktuelles KMS4 ist die Systemvoraussetzung dafür.

An die Aussteller
An dieser Stelle möchte ich mich für die Geduld und die Offenheit der Aussteller gegenüber mir und meinen journalistischen Kollegen bedanken. Gleichzeitig aber auch einige Bitten an Sie richten: Wenn wir zu Ihnen auf den Stand kommen, tun wir das, um mehr zu erfahren, als was auf Ihrer Pressekonferenz bzw. in Ihrer Pressemitteilung gesagt worden ist. Deswegen ist der oder die Marketingverantwortliche nicht der richtige Ansprechpartner, auch nicht der gerade zufällig greifbare Verkäufer der Zone „Mittleres Jethinesien“, sondern wir brauchen Produktspezialisten, die auch tiefer greifende Fragen beantworten können.
Viele von Ihnen habe übersichtliche Charts und Grafiken um Ihre Systeme, Workflows oder JDF Vernetzung zu erklären, genau so etwas können wir für einen anschaulichen Artikel ausgezeichnet als Datei gebrauchen. Der Hinweis, „das ist auf unserer Website“, ist gut gemeint, aber nicht wirklich hilfreich. 50 Standbesuche, 50 mal auf der Webseite suchen und dann vielleicht 20 min. Ladezeit, da ist die DRUPA schnell rum; und Ihr System nur unzureichend erklärt. Bitte senden Sie uns solche Bilder möglichst postwendend per E-Mail oder halten Sie sie zur Kopie auf einen USB-Stick bereit; Schnelligkeit ist (fast) alles im Journalismus heutzutage!
Und wenn es irgend möglich ist, sind wir sehr dankbar, wenn wir nicht zwei- oder dreimal kommen müssen.
Ich habe insgesamt 17 Pressekonferenzen und 12 Standbesuche hinter mir, und weitere 5 Konferenzen und ca. 60 Standbesuche vor mir; um das zu überleben, kann niemand von uns mehrfach zu einem Stand kommen.
Ein gut vorbereitetes Presskit hilft dann, evt. entstehende Wartezeiten zu vertreiben.

PS: Ein schlecht informierter Counter, der auf der DRUPA 2004 nichts mit „Ich suche Ihren JDF Experten“ anfangen kann, sollte eigentlich nicht vorkommen, heute Nachmittag wurde es leider Realität, die besuchte Firma war nicht gerade die kleinste; oder haben die wirklich keinen JDF Experten ?!


CTP Nachrichten
Am Morgen war ich bei Krause, und dort hat man uns drei interessante Dinge vorgestellt:
Einen Zeitungsbelichter mit einem violetten Kopf, der 100mW Leistung bietet. Damit erreicht er bei 1016 dpi mit Polymerplatten einen Durchsatz von über 300 Pl./Stunde, das ist das derzeit weltweit schnellste System. Am anderen Ende der Leistungsskala ist ein neues Einstiegsystem „CTP Easy“, das als Semi-Automat mit 60 Platten/Stunde für 59.000 Euro angeboten wird; es soll auch Varianten mit bis zu 150 Pl/Std geben; dann wäre sicher eine Automatisierung angebracht. Schliesslich ist KIM JDF und KIM PDF SF zu nennen, letzteres eine vereinfachte und günstige Version der Ausschiesssoftware für kleinere Druckereien. KIM JDF dagegen kann endlich mit einer JDF Schnittstelle ausgestattet in „grosse“ Workflows integriert werden, die erste Realisierung ist in Creo Prinergy erfolgt, meines Wissens wird ApogeeX bald folgen.

Nachdem nun die 60mW Dioden Standard im Violett-Bereich werden, habe ich mich ein wenig umgehört. Und es scheint so zu sein, dass wir bis nächstes Jahr ein weiteres Leistungswachstum erleben werden, was bis 150mW gehen könnte. Das braucht man für die heutigen Platten eigentlich nicht, aber wie ich ein paar Spatzen habe pfeifen hören, wird längst an den prozesslosen Platten für Violett gearbeitet, und da dürfen es ein paar Milliwatt mehr sein!





DRUPA Tagebuch
DRUPA-Resümee
Mo, 17.05.2004
Sa+So, 15.-16.05.2004
Mi+Do, 12.-13.05.2004
Di, 11.05.2004
Mo, 10.05.2004
So, 09.05.2004
Sa, 08.05.2004
Fr, 07.05.2004
Do, 06.05.2004
DRUPA-Vorschau
Just joking

 



Im JDF Parc in Halle 4



Demo des JDF Projekt-
management DALiM
Mistral




Pressekonferenz Krause



Blick in den Einstiegs-
belichter CTP Easy